Mieten in Hamburg stabil – Kaufpreise für Wohnungen steigen um bis zu 19 Prozent

Frei nach Lotto King Karl: Hamburg, teure Perle. Wer in der Elbmetropole leben will, muss dafür tief in die Tasche greifen. Die Kaltmieten für angebotene Wohnungen liegen im 1. Quartal 2014 mit 11 Euro pro Quadratmeter mehr als ein Drittel über dem Deutschlandschnitt von 6,90 Euro. Doch trotzdem bewegt sich der Mietmarkt gegen den Trend, denn die Mieten sind mit nur 1 Prozent Steigerung stabil, wie der aktuelle Marktbericht Hamburg von Immowelt zeigt.

In anderen Großstädten wie München (+6 Prozent) oder Berlin (+14 Prozent) klettern die Preise dagegen kontinuierlich nach oben. Hamburg ist eine Mieterstadt: 76 Prozent der Appartements werden nicht vom Eigentümer bewohnt, sondern sind vermietet. Dass die Preise im zweiten Jahr in Folge relativ stabil bleiben, liegt wohl daran, dass die Wohnungsbaumaßnahmen der Stadt greifen: Im Juli 2011 hatte der Senat einen Vertrag mit den Bezirken geschlossen, um gemeinsam den Wohnungsbau anzukurbeln. Seitdem sind 18.000 Wohnungen im Bau oder bereits fertiggestellt.

Mieten liegen in den Randgebieten unter der 10-Euro-Marke

Für eine Weltmetropole relativ kostengünstig wohnen Hamburger in den süd- und nordöstlichen Randgebieten: In Harburg ist der Quadratmeter für 8,50 Euro zu haben. Unter der 10-Euro-Marke bleiben auch der bevölkerungsreichste Stadtteil Wandsbek mit 9,90 Euro pro Quadratmeter im Nordosten, Hamburg-Mitte mit 9,80 Euro südlich des Zentrums und Bergedorf im Südosten mit 9,30 Euro.

Im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen gibt es in Hamburg-Zentrum bei den Angebotsmieten einen Preissprung von 12 Prozent. Wer im Herzen der Elbmetropole wohnen möchte, zahlt im 1. Quartal dieses Jahres 13,80 Euro pro Quadratmeter. Die große Nachfrage und die neuen Luxus-Appartements in der Hafencity, Europas größtem innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekt, haben die Mieten nach oben getrieben. Besonders bei Singles ist das schicke Neubauviertel direkt zwischen Wasser und City beliebt: In 70 Prozent der Haushalte lebt nur eine Person.

Konstant hohe Mieten an Alster und in Elbvororten

Mietwohnungen in den exquisiten Gegenden der Hansestadt sind Mangelware. Der Markt ist so gut wie leer gefegt. Für die wenigen angebotenen Objekte in den angesagten Edelvierteln liegen die Durchschnittsmieten verhältnismäßig hoch. So verlangen Eigentümer beispielsweise in Rotherbaum 14,30 Euro pro Quadratmeter. Doch nicht nur die Lage an der Außenalster ist kostspielig: Auch in den Elbvororten Blankenese (13,40 Euro) und Othmarschen (13,50 Euro) sind die Mieten teuer.

Eigentumswohnungen in Harburg am günstigsten

Während sich der Hamburger Mietmarkt gegen den Strom entwickelt, steigen die Wohnungspreise erneut: Im 1. Quartal 2014 liegen die Angebotspreise für Wohnungen bei durchschnittlich 3.481 Euro pro Quadratmeter und somit 5 Prozent über dem Vorjahresniveau von 3.324 Euro. Am günstigsten ist Eigentum derzeit noch in Harburg. In dem Stadtteil, dessen Image durch die „Internationale Bauausstellung Hamburg“ aufpoliert wurde, liegen die Quadratmeterpreise für Wohnungen im Schnitt bei 2.369 Euro. Auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe in Othmarschen (4.624 Euro) und Blankenese (4.511 Euro) kosten Wohnungen fast doppelt so viel.

Sehr begehrt ist Eigentum derzeit in Bergedorf: In dem infrastrukturell gut angeschlossenen Stadtteil an der Grenze zu Schleswig-Holstein liegen die Angebotspreise für Wohnungen bei 2.673 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einer Steigerung von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im preislichen Mittelfeld liegen Eigentumswohnungen mit Quadratmeterpreisen von 3.621 Euro in Eimsbüttel. In dem Bezirk, der mit rund einer Viertelmillion Einwohnern eine Großstadt in der Millionenstadt ist, wurden im letzten Jahr neben Hamburg-Nord und Wandsbek die meisten Baugenehmigungen erteilt. Auch in den nächsten Jahren wollen die Behörden Bauwilligen den Weg ebnen: Eine Vereinbarung zwischen Senat und Bezirken begrenzt die Bearbeitungszeit für Bauanträge wann immer möglich auf 6 Monate. So soll sich der Markt in Zukunft entspannen.

Immobilienpreise im Raum Hamburg steigen langsamer

Die Immobilienpreise im Großraum Hamburg sind im Jahr 2013 weniger stark gestiegen als in den Vorjahren. Nur Immobilien im mittleren Preissegment in citynahen Stadtteilen und verkehrsgünstig gelegenen Umland-Gemeinden verteuerten sich überdurchschnittlich.

Das ergab eine Studie der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Forschungsinstitut F + B (Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH).

Die Preise für bestehende Häuser in Hamburg blieben demnach fast konstant (plus 0,3 Prozent), Neubauten wurden im Vergleich zum Jahr 2012 sogar etwas billiger (minus 2,9 Prozent). Anders als bei Häusern zogen die Preise für Eigentumswohnungen in Hamburg im Jahr 2013 weiter an. Bestands-Wohnungen kosteten rund 6 Prozent mehr, Neubauten sogar 6,7 Prozent mehr.

Auch im Hamburger Umland zahlten Käufer Ende 2013 deutlich höhere Preise als ein Jahr zuvor. Am stärksten verteuerten sich neue Häuser, im Schnitt um 8,7 Prozent. Bestehende Häuser und Eigentumswohnungen wurden um 5,8 bzw. 5,9 Prozent teurer, neue Eigentumswohnungen um durchschnittlich 3,9 Prozent.

Bei den besonders stark nachgefragten Immobilien im mittleren Preissegment sei es daher zu überdurchschnittlichen Teuerungsraten gekommen. Insgesamt fielen die Preissteigerungen aber nicht mehr so hoch aus. Von Januar 2012 bis Anfang 2013 lagen sie für einige Immobilien in Hamburg und im Umland noch bei 12 Prozent und darüber.

München: Eigentumswohnungen in Randbezirken bis zu 40 Prozent teurer als im Vorjahr

Es wird eng in München: Immer mehr Menschen wollen von der hohen Lebensqualität und dynamischen Wirtschaftskraft profitieren und ziehen in die bayerische Landeshauptstadt. Die große Nachfrage nach Wohnraum treibt die Wohnungspreise weiter in die Höhe. Seit dem letzten Jahr sind die Angebotspreise für Eigentumswohnungen um 9 Prozent gestiegen und liegen im 1. Quartal 2014 bei durchschnittlich 5.474 Euro pro Quadratmeter. Das zeigt der aktuelle Marktbericht München von Immowelt. Die Preise in München liegen damit 166 Prozent über dem deutschen Durchschnitt von 2.061 Euro pro Quadratmeter.

Kaufpreise in Randbezirken stark gestiegen

Das Preiskarussell in München dreht sich weiter – mit zentrifugaler Wirkung: Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen haben in der Altstadt ein neues Rekordhoch von durchschnittlich 8.864 Euro pro Quadratmeter erreicht. Seit vergangenem Jahr sind die Preise damit um 12 Prozent gestiegen. In der Hoffnung, bezahlbare Alternativen zu finden, müssen viele Kaufinteressenten ihre Suche deshalb auf Stadtrandlagen ausweiten. Doch auch hier ziehen die Preise an – im einstigen Problemviertel Feldmoching-Hasenbergl sogar um 40 Prozent innerhalb nur eines Jahres. Grund für den massiven Preisanstieg in dem Münchner Randbezirk sind Neubauvorhaben, die zwar erst 2015 umgesetzt werden, aber bereits jetzt zum Verkauf stehen. Zwei Drittel der Angebote liegen zwischen 3.462 und 5.254 Euro pro Quadratmeter und nähern sich damit mehr und mehr dem Münchner Durchschnittspreis von 5.474 Euro an.

Auch in anderen Randbezirken setzen Anbieter deutlich höhere Preise als im vergangenen Jahr an. Beispiel Aubing-Lochhausen-Langwied: Wohnungen stehen hier aktuell für durchschnittlich 4.404 Euro pro Quadratmeter zum Verkauf – ein Plus von 33 Prozent. In Pasing-Obermenzing werden Wohnungen für durchschnittlich 5.216 Euro pro Quadratmeter angeboten, was einer Steigerung von 24 Prozent entspricht.

Stabile Preise in Maxvorstadt und Ramersdorf-Perlach

Dass die Angebotspreise auch Grenzen erreichen können, zeigt der Innenstadtbezirk Maxvorstadt. Hier sind die Preise für Wohnungen seit 2013 mit einem Wachstum von 3 Prozent stabil und haben sich mit durchschnittlich 7.226 Euro pro Quadratmeter auf sehr hohem Niveau eingependelt. Auch in Ramersdorf-Perlach sind die Preise stabil (+3 Prozent). Für Münchner Verhältnisse ist es in dem südöstlich gelegenen Randbezirk relativ günstig, Verkäufer bieten Wohnungen im Schnitt für 3.715 Euro pro Quadratmeter an.

Teure Mieten im Zentrum drängen Interessenten an Stadtrand

Auch der Mietmarkt hat nicht an Dynamik verloren. Seit dem vergangenen Jahr sind die Durchschnittsmieten für angebotene Wohnungen um 6 Prozent gestiegen. Sie liegen im 1. Quartal 2014 bei 15,10 Euro pro Quadratmeter und damit 119 Prozent über dem deutschen Durchschnitt von 6,90 Euro. Zwei Drittel der Angebote bewegen sich zwischen 12,10 Euro und 18,40 Euro pro Quadratmeter. Die Stadt München will die Mietsituation durch Umstrukturierung von Gewerbegebieten in Wohngebiete, durch Nachverdichtung und durch die Kooperation mit umliegenden Gemeinden verbessern. Große Arbeitgeber wie die Stadtwerke planen, in den kommenden Jahren noch mehr Werkswohnungen für ihre Mitarbeiter zu bauen.

Im Münchner Zentrum greifen die Maßnahmen noch nicht. In Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt beispielsweise sind Mietwohnungen mit 17,30 Euro pro Quadratmeter besonders teuer. Wer direkt in der Altstadt wohnen möchte, muss mit Durchschnittsmieten von 19,50 Euro rechnen. Die hohen Mieten verdrängen Menschen mit durchschnittlichem Einkommen immer mehr aus der Innenstadt.

Angebote unter 12 Euro pro Quadratmeter sind nur in Feldmoching-Hasenbergl – dem einstigen Problemquartier – zu finden. Der Bezirk im Norden Münchens ist durch die U-Bahnlinie 2 mit dem Stadtzentrum verbunden. Während den westlichen Teil Einfamilienhäuser dominieren, sind es im nördlichen und östlichen Teil des Bezirks Geschosswohnungsbauten. Viele Wohnanlagen wurden in den letzten Jahren saniert, die Wohnqualität hat sich dadurch verbessert. In den Mieten spiegelt sich das noch nicht wieder – sie sind seit dem letzten Jahr stabil. In den kommenden Jahren werden die Mieten angesichts von Sanierungs- und Baumaßnahmen wohl aber steigen.

Je höher desto teurer: Wohnungen mit Dachterrasse kosten 25% mehr Miete

Erdbeeren ernten und grillen auf der Dachterrasse statt im Garten: Wer im Freien lieber weiter oben sitzt, muss auch tiefer in die Tasche greifen. 7,70 Euro pro Quadratmeter kostet die Kaltmiete für eine 3-Zimmer-Wohnung über den Dächern durchschnittlich in Deutschland, ergab eine Angebotsanalyse der Kaltmieten von Immowelt.

Das ist durchschnittlich bis zu ein Viertel mehr als für eine vergleichbare Wohnung ohne direkten Zugang nach draußen, für die Quadratmeterpreise von 6,20 Euro fällig werden.

Kostspieliger Luxus: Balkon zählt mit zur Wohnfläche

Eine Alternative für Open-Air-Fans sind Wohnungen mit Balkon: Sie sind im Schnitt für 6,60 Euro zu haben. Wer gern draußen zu Hause ist, sollte aber auch beachten: Die Größe von Balkon und Dachterrasse zählen bei Mietpreisberechnungen oft bis zur Hälfte als Wohnfläche. Das macht Balkonien nochmal teurer.

Günstig sind im Deutschlandschnitt 3-Zimmer-Wohnungen mit Gartenanteil: Sie werden für 6,70 Euro pro Quadratmeter angeboten und kosten somit nur 8 Prozent mehr als eine Wohnung ohne Balkon und Co. Allerdings liegen die erschwinglicheren Angebote eher am Stadtrand und in ländlichen Gegenden.

Durchschnittliche Mietpreise pro Quadratmeter für 3-Zimmer-Wohnungen in Deutschland:

  • Wohnung ohne direkten Zugang ins Freie: 6,20 Euro
  • Wohnung mit Dachterrasse: 7,70 Euro (+ 24 Prozent)
  • Wohnung mit Balkon: 6,60 Euro (+ 6 Prozent)
  • Wohnung mit Garten: 6,70 Euro (+ 8 Prozent)

Baufinanzierung: Womit Bauherren rechnen müssen

Grundstück, Erschließung, Planung, Baukosten, Handwerker – die Kostenliste für Bauherren kann lang und mitunter ziemlich unübersichtlich ausfallen. Damit sich Häuslebauer beim langersehnten Bau nicht in monetäre Bedrängnis bringen, sollten sie Kostenfallen bereits im Finanzierungsvertrag vorbeugen.

Bereitstellungszinsfreie Zeit – Der Bau stockt, die Kosten bleiben

Im Gegensatz zum Kauf einer Bestandsimmobilie zahlen Bauherren den anfallenden Gesamtpreis nicht kurzfristig nach dem Abschluss des notariellen Kaufvertrags, sondern müssen längere Abruffristen einkalkulieren. Das liegt daran, dass die Bezahlung in einzelnen Tranchen nach Baufortschritt erfolgt. Wenn es zu Verzögerungen am Bau kommt, dann schiebt sich auch die Auszahlung eines Teildarlehens auf. Banken erheben Zinsen, wenn längere Zeit bis zum Abruf der Baufinanzierung vergeht – die sogenannten Bereitstellungszinsen. Bauherren und Käufer von Bauträgerobjekten sollten einen Darlehensgeber wählen, der neben günstigen Zinsen eine ausreichend lange bereitstellungszinsfreie Zeit anbietet. Momentan sind hier bis zu 24 Monate möglich.

Nebenkosten – Das Kleingedruckte der Baustelle

Die Höhe der Finanzierung für einen Hausbau wird nicht alleine aus der Höhe der Grundstücks- und Materialkosten plus der Arbeitsleistung errechnet. So müssen die Leistungen für Versicherungen sowie die Baugenehmigung und Vermessung ebenso erbracht werden, wie beispielsweise Architekturhonorare, Erschließungskosten oder aber auch Baustrom, -wasser sowie -entsorgung. Entscheidend ist, die Nebenkosten von Anfang an gründlich in die Kalkulation aufzunehmen. Das gilt auch für die Außenanlagen, die viele Bauherren vergessen. Um eine realistische Kostenhöhe zu ermitteln, helfen Finanzierungsberater, die beispielsweise Listen mit den wichtigsten und größten Posten aufstellen.

Viele kleine Einzelposten können sich schnell zu einer beachtlichen Summe anhäufen. Mit rund 15 Prozent der Bausumme für Baunebenkosten sowie weiteren 5 Prozent für Außenanlagen sollten Bauherren realistischerweise rechnen. Unterschätzen Bauherren die zahlreichen Nebenbaustellen oder lassen sie gar außer Acht, können sie so das ganze Bauvorhaben gefährden. Damit es nicht soweit kommt, lohnt es sich, vorab Zeit in eine gründliche Kostenkalkulation zu investieren und Experten zu Rate zu ziehen.

Studie: Nebenkosten belasten 60 Prozent der deutschen Mieter

Strom, Wasser, Gas sind unverzichtbar – aber für immer mehr Menschen in Deutschland werden die Nebenkosten ihrer Mietwohnung untragbar. So stellt die sogenannte zweite Miete für sechs von zehn Deutschen jeden Monat wieder eine erhebliche finanzielle Belastung dar.

Mehr noch: Die große Mehrheit (70 Prozent) befürchtet, dass die Nebenkosten unkontrollierbar weiter steigen werden. Deshalb spielen diese Ausgaben eine wesentliche Rolle bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Das sind Ergebnisse einer Studie der TAG Immobilien AG gemeinsam mit der TU Darmstadt, bei der 1.000 deutsche Mieter befragt wurden.

Die 21 Millionen Mieterhaushalte hierzulande zahlen nach jüngsten Berechnungen des Deutschen Mieterbundes durchschnittlich 2,20 Euro pro Quadratmeter und Monat für Nebenkosten.

Nebenkosten als zweite Miete

Wer in einer 80 Quadratmeter großen Wohnung lebt, muss im Schnitt für die zu zahlende zweite Miete demnach mehr als 2.100 Euro im Jahr einplanen. Für 95 Prozent der deutschen Mieter ist daher die Höhe der Nebenkosten bei der Suche nach einer neuen Bleibe von entscheidender Bedeutung – wichtiger noch als ein ruhiges Umfeld (89 Prozent) oder der Ruf des Viertels (84 Prozent). Und: 89 Prozent der Befragten wünschen sich, dass ihr Vermieter mehr unternimmt, um die Nebenkosten möglichst gering zu halten.

Trotz hoher Preise: Mehrzahl der Deutschen sind mit der Höhe ihrer Miete zufrieden

In vielen deutschen Städten steigen die Mieten seit Jahren auf immer neue Rekordwerte – und trotzdem murren die meisten Mieter (87 Prozent) nicht über die Höhe ihrer Wohnungsmiete. Das zeigt eine repräsentative Studie von Immowelt.

39 Prozent der Befragten halten ihre Mietpreise für durchaus angemessen. Weitere 31 Prozent finden die monatlichen Zahlungen an den Vermieter eigentlich zu hoch, im Hinblick auf Lage und Ausstattung der Wohnung allerdings auch gerechtfertigt.

Knapp jeder siebte Mieter (14 Prozent) ist mit seiner Miete zufrieden und empfindet sie sogar günstig. Wer auf dem Wohnungsmarkt auf der Suche nach echten Preishits ist, braucht allerdings eine gehörige Portion Glück. So bezeichnen auch nur 3 Prozent der Mieter ihre Wohnung als Schnäppchen. Als deutlich zu teuer empfinden 13 Prozent der Befragten ihre Miete. Wenn sie eine Alternative hätten, würden sie sofort in eine günstigere Wohnung umziehen.

Vor allem Frauen wären nur zu gerne dazu bereit, Konsequenzen zu ziehen: 16 Prozent der weiblichen Mieter würden sofort umziehen, wenn sie eine kostengünstigere Wohnung finden würden, bei den Männern sind es hingegen nur 9 Prozent.

Eigentumswohnungen in Mitteldeutschland: Stark gegensätzliche Preise

Die Preiskluft in den 10 größten Städten Mitteldeutschlands könnte größer nicht sein: Knapp 1.500 Euro liegen zwischen den Angebotspreisen für Eigentumswohnungen im teuren Jena in Thüringen und dem nur rund 70 Kilometer entfernten sächsischen Zwickau. Das zeigt die Kaufpreisanalyse von Immowelt. Verglichen wurden die Angebotspreise des 1. Halbjahres 2008 mit denen des 1. Halbjahres 2013.

Thüringen: Angespannter Wohnungsmarkt in Jena

Die höchste Preissteigerung (+27 Prozent) gab es in Jena. Inzwischen müssen Käufer einer Eigentumswohnung im Schnitt 2.081 Euro pro Quadratmeter bezahlen, 2008 waren es noch 1.636 Euro. Die Studentenstadt, Zentrum der deutschen Optik und Feinmechanik-Industrie, wächst seit über zehn Jahren stetig: Einwohner- und Studentenzahlen steigen, die Arbeitslosenquote sinkt. Diese positive Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten: Der Wohnungsmarkt ist angespannt, die Nachfrage übersteigt das Angebot. Die Leerstandsquote liegt unter einem Prozent. Auch in der thüringischen Landeshauptstadt und Verkehrsdrehscheibe Erfurt stiegen die Angebotspreise innerhalb der letzten fünf Jahre zweistellig (+10 Prozent auf 1.605 Euro).

Genau gegenteilig ist die Entwicklung in der drittgrößten Stadt Thüringens: Gleich um 22 Prozent günstiger wurden Eigentumswohnungen in Gera. Hier gibt es immer weniger Einwohner und viele freie Wohnungen. Die Angebotspreise liegen im 1. Halbjahr 2013 bei durchschnittlich 675 Euro pro Quadratmeter.

Sachsen: In Zwickau ist es am günstigsten

Mit wachsenden Bevölkerungszahlen und Steigerung der Kaufkraft klettern in Leipzig und Dresden auch die Wohnungspreise nach oben. 1.880 Euro pro Quadratmeter müssen Käufer für Eigentumswohnungen im Schnitt in Dresden zahlen. 2008 waren es in einer der grünsten Großstädte Europas noch 1.576 Euro (+19 Prozent). Am Industriestandort Leipzig, der mitteleuropäischen Logistikdrehscheibe, kostet ein Quadratmeter inzwischen 6 Prozent mehr als 2008 (1.433 Euro).

In Zwickau ist die Entwicklung absolut gegenläufig. Inzwischen kostet ein Quadratmeter Eigentumswohnung 654 Euro (-9 Prozent). Die Einwohnerzahl der Stadt sinkt seit den 1990er Jahren permanent. Während in der Stadt viele Häuser leer stehen, wächst der Speckgürtel und die Zahl der Einpendler steigt. Mit einem Stadtentwicklungskonzept versucht die Stadt, den Negativ-Trend zu beenden.

Sachsen-Anhalt: Fast stabile Preise

In den drei größten Städten im benachbarten Sachsen-Anhalt gibt es keine so großen Preisdifferenzen: In Halle und Magdeburg stiegen die Preise in den letzten fünf Jahren jeweils um 9 Prozent. In Halle mussten Käufer im 1. Halbjahr 2013 pro Quadratmeter Eigentumswohnung 1.165 Euro zahlen, in Magdeburg waren es 1.043 Euro. In den beiden größten Städten Sachsen-Anhalts hat sich die Zahl der Einwohner stabilisiert. Beide Städte profitieren von den steigenden Studentenzahlen – ganz im Gegensatz zu der 2007 zusammengelegten Stadt Dessau-Roßlau. Seit Jahren sinken die Einwohnerzahlen, die Arbeitslosenquote ist mit über 11 Prozent hoch. Trotzdem blieben die Preise mit 668 Euro pro Quadratmeter (-3 Prozent) relativ stabil.

Die Kaufpreise der 10 größten Städte Mitteldeutschlands (Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt) im Überblick:

Stadt           Durchschnittskaufpreise      Veränderung
                  2008          2013 
Jena              1.636 Euro    2.081 Euro      +27 Prozent 
Dresden           1.576 Euro    1.880 Euro      +19 Prozent 
Erfurt            1.460 Euro    1.605 Euro      +10 Prozent 
Leipzig           1.349 Euro    1.433 Euro       +6 Prozent 
Halle (Saale)     1.065 Euro    1.165 Euro       +9 Prozent 
Magdeburg           953 Euro    1.043 Euro       +9 Prozent 
Chemnitz          1.036 Euro      855 Euro      -17 Prozent 
Gera                870 Euro      675 Euro      -22 Prozent 
Dessau-Roßlau       692 Euro      668 Euro       -3 Prozent 
Zwickau             719 Euro      654 Euro       -9 Prozent 
Deutschland       1.720 Euro    1.905 Euro      +10 Prozent 

Verpfuschtes Bad – Mieterin erfolgreich vor Gericht

Die Benutzung ihres Badezimmers war für eine Mieterin alles andere als bequem. Wegen der Verlegung eines neuen Abflussrohres befand sich die Toilettenschüssel unmittelbar vor dem Handwaschbecken und sogar die Spülung funktionierte zeitweise nicht.

Es musste mit Wassereimern nachgeholfen werden. Da dürfte es noch die harmloseste Sorge der Mieterin gewesen sein, dass die Wandfliesen eine unterschiedliche Farbe hatten und optisch wenig ansprechend wirkten. Die Betroffene kürzte deswegen ihre monatlichen Zahlungen.

Der Eigentümer war damit nicht einverstanden. Er behauptete, das Badezimmer sei schon beim Bezug der Wohnung in diesem Zustand gewesen. Die Mieterin habe also gewusst, worauf sie sich einlasse. Sie selbst bestritt das und wies darauf hin, die entsprechenden Arbeiten hätten erst kurz nach dem Einzug stattgefunden.

Letzteres hielt das Gericht für die zutreffende Schilderung und erklärte die Mietkürzung nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS für rechtens. Die Gebrauchsfähigkeit des Bades sei erheblich eingeschränkt gewesen. (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen 211 C 19/10)

Kosten für energetische Sanierung werden häufig unterschätzt

Mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) werden die gesetzlichen Anforderungen für die energetische Qualität von Immobilien im kommenden Jahr noch einmal verschärft. Im Vergleich zu 2011 zeigt sich, dass Käufer mehr auf den energetischen Zustand einer Immobilie zum Beispiel bei Heizung und Dämmung achten.

Viele Käufer sind sich allerdings der tatsächlichen Kosten für eine Sanierung oder Modernisierung nicht bewusst. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Immobilienbarometer von Interhyp und ImmobilienScout24, für das 1.722 Kaufinteressenten befragt wurden.

Die Energieeffizienz einer Immobilie ist eines der entscheidenden Kriterien für Immobilienkäufer. Die große Mehrheit der Befragten (83 Prozent) gibt an, dass Dämmung, Heizung und Co. ihnen wichtig (60 Prozent) bzw. sehr wichtig (23 Prozent) sind. Eigennutzer (85 Prozent) haben ein höheres Interesse an einer energetisch sanierten Immobilie als Kapitalanleger (74 Prozent).

Maßnahmen für die Energieeffizienz sind wichtiger geworden

In den vergangenen zwei Jahren hat das Interesse von potenziellen Immobilienkäufern am energetischen Zustand von Objekten noch einmal deutlich zugenommen. Für Dreiviertel der Befragten (71 Prozent) ist bei der Ausstattung der Immobilie eine moderne Heizungsanlage wichtig. Im Jahr 2011 war dies nur für sechs von zehn Befragten von Bedeutung (60 Prozent). Käufer achten außerdem verstärkt auf eine Doppelverglasung der Fenster (71 Prozent). Vor zwei Jahren war das noch für 14 Prozent weniger Befragte ein wichtiges Kriterium beim Immobilienkauf (57 Prozent). Eine Außenwanddämmung spielt für fast zwei Drittel der Befragten eine Rolle (63 Prozent in 2013 im Vergleich zu 58 Prozent in 2011).

Immobilieninteressenten unterschätzen die Kosten

Für die energetische Sanierung plant die Hälfte aller Kaufinteressenten Folgeinvestitionen ein. Allerdings kann davon fast ein Fünftel (18 Prozent) die mögliche finanzielle Belastung nicht einschätzen. Über die Hälfte von ihnen (54 Prozent) rechnet mit Kosten bis maximal 30.000 Euro. Nur 10 bzw. 6 Prozent gehen von Sanierungskosten in Höhe von bis zu 40.000 bzw. bis zu 50.000 Euro aus. Und nur etwa jeder Zehnte (9,5 Prozent) rechnet mit Kosten über 50.000 Euro. Eine umfangreiche Sanierung kann aber oft auch teurer werden, wie eine Auswertung von Interhyp, Deutschlands größtem Vermittler für private Baufinanzierungen zeigt: Demnach lag die durchschnittliche Höhe für Umbau- und Modernisierungsdarlehen im vergangenen Jahr bei rund 90.000 Euro.

Der Energieausweis fällt weiterhin durch

Die Energieeffizienz einer Immobilie ist zwar ein entscheidendes Kriterium bei der Kaufentscheidung, aber der Energieausweis, der für Transparenz im Hinblick auf die Energiekosten eines Wohnobjektes sorgen soll, erhält von Kaufinteressenten schlechte Noten. Nur ein Zehntel der Befragten fühlt sich durch den Ausweis gut informiert (11 Prozent). „Teilweise hilfreich“ lautet das Urteil von knapp der Hälfte (49 Prozent) und für ein Viertel hat der Energieausweis gar keinen Mehrwert (24 Prozent).

Größter Kritikpunkt ist wie schon in den Jahren zuvor, dass der Energieausweis zwar über den Energieverbrauch vielfach aber nicht über den energetischen Zustand der Immobilie Auskunft gibt. Bemängelte das vor zwei Jahren noch jeder vierte Studienteilnehmer, ist das inzwischen für mehr als ein Drittel (36 Prozent) Grund zur Kritik.